Mit Eigeninitiative gegen Fachkräftemangel

„Wer auch morgen noch auf den globalen Märkten erfolgreich agieren will, muss nicht nur in Maschinen und Technik investieren, sondern gleichermaßen in Menschen“, so steht es auf der Homepage der Firma Bornemann Gewindetechnik GmbH & Co. KG. Für ihr besonderes Engagement wurde das inhabergeführte Familienunternehmen Ende November mit dem Ausbildungsförderungspreis der Kreishandwerkerschaft Hildesheim-Alfeld ausgezeichnet.

Delligser Firma Bornemann erhält Ausbildungsförderungspreis / 26-jähriger Dennis Feigel ist Ausbildungsmeister

Delligsen. „Wer auch morgen noch auf den globalen Märkten erfolgreich agieren will, muss nicht nur in Maschinen und Technik investieren, sondern gleichermaßen in Menschen“, so steht es auf der Homepage der Firma Bornemann Gewindetechnik GmbH & Co. KG. Für ihr besonderes Engagement wurde das inhabergeführte Familienunternehmen Ende November mit dem Ausbildungsförderungspreis der Kreishandwerkerschaft Hildesheim-Alfeld ausgezeichnet. „Wir bilden seit 15 Jahren selbst aus, damit wir unseren Eigenbedarf decken können“, erläutert Kathrin von Soden, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für den Bereich Personal.

Weiterbeschäftigt

2 Mitarbeiter von Bornemann bewegen eine große Gewindespindel mit einem Kran
Sven Sievert und Sebastian Hartl beim Hantieren mit einer Spindel mit einem Durchmesser von 250 mm und einem Gewicht von fast vier Tonnen. Sebastian Hartl schloss seine Ausbildung im Unternehmen im Jahr 2012 erfolgreich ab.

Viele der ehemaligen Auszubildenden seien heute noch im Betrieb beschäftigt, sagt die Tochter von Hans Gereke-Bornemann, der das Unternehmen gemeinsam mit seiner Ehefrau Gudrun 1984 von seinem Schwiegervater Gerhard Dietrich übernommen hatte. Dieser gründete die Firma 1964. Derzeit werden sechs junge Männer und eine Frau von Ausbildungsmeister Dennis Feigel betreut und auf die Prüfung zum Feinwerkmechaniker / Schwerpunkt Zerspanungstechnik vorbereitet. Der 26-Jährige hat sein Handwerk ebenfalls bei Bornemann gelernt. Nach dem Realschulabschluss, den er an der damaligen Hauptschule Duingen erworben hat, begann er 2005 seine dreieinhalbjährige Ausbildung an die sich der Besuch der Meisterschule anschloss. Danach war der Feinwerkmechanikermeister bei zwei anderen Betrieben beschäftigt. Seit 2012 ist er wieder für die Delligser Traditionsfirma tätig und arbeitet neben der Verantwortlichkeit für die Auszubildenden als Meister in der Gewindefertigung. Ergänzt wird die betriebliche Ausbildung durch internen Unterricht. Dieser geht insbesondere auf das technische Zeichnen ein. Für das Unternehmen sei das sehr wichtig und soll die schulische Ausbildung in der Berufsbildenden Schule Alfeld unterstützen, so Kathrin von Soden. Das Durchschnittsalter der rund 60 Beschäftigten liege bei etwa 40 Jahren. Sorge bereite ihr die „Rente mit 63“, da Wissensträger dadurch verloren gingen.

Zusage in der Tasche

Für das nächste Jahr haben bereits wieder zwei Auszubildende ihre Zusage in der Tasche. „Wir haben aber noch Kapazität“, wirbt die Personalleiterin um den betrieblichen Nachwuchs. Mit der Oberschule Delligsen arbeitet die Firma bereits eng zusammen. „Ich war zum Beispiel auch in der Schule und habe unser Unternehmen einigen 10. Klassen persönlich vorgestellt. Dies würden wir auch gerne in anderen Schulen machen“, so Moritz von Soden, ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung. Bornemann Gewindetechnik gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Gewindespindeln, Dreh- und Frästeilen, die beispielsweise im Maschinen- , Anlagen-, Werkzeug- und Bühnenbau, bei der Hebe-, Förderund Medizintechnik, im Offshore-Bereich sowie auf Flughäfen Anwendung finden.

Kathrin von Soden gemeinsam mit Auszubildenden vor einer Maschine in der Produktion
Know-how-Träger werden gebraucht, daher hat die Ausbildung bei der Firma Bornemann Gewindetechnik einen großen Stellenwert. An der achtachsigen Multitasking-Maschine im Hintergrund lernen die Azubis drehen, fräsen und bohren.
Von links: Tim Rittel, Dennis Feigel, Kathrin von Soden, Marvin Hein, Alexander Reinhardt, Paolo-Kimberly Verger. Es fehlen: Kevin Raschke, Virginia Nemschok und Leon Pedde.

33 Prozent Exportanteil

„Wir können kundenspezifische Gewinde herstellen, die groß und komplex sind, eine spezielle Geometrie aufweisen müssen oder aus Sondermaterialien bestehen sollen und können uns auf Weltniveau messen“, sagt Moritz von Soden. Der Exportanteil liege bei 33 Prozent. „Geliefert wird in über 20 Länder, wie beispielsweise auch nach Thailand oder Australien“, erläutert der 38-Jährige weiter. Wichtig ist der Firmenleitung, so ist es auf der Internetseite nachzulesen, Erfindungsgeist, Zuverlässigkeit, höchste Qualität und die Treue zum Standort Delligsen, um Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Region zu schaffen und zu erhalten.

Moritz von Soden vor einer Anlage mit Bornemann-Spindeln, die in Kraftwerken zum Einsatz kommt.
Moritz von Soden vor Ort bei einem Kunden im Ausland vor einer Anlage mit Bornemann-Spindeln, die in Kraftwerken zum Einsatz kommt.
Kathrin von Soden erhält den Ausbildungsförderungspreis der Kreishandwerkerschaft Hildesheim-Alfeld.
Kreishandwerksmeister Ulrich Sackmann (links) und Handwerkskammerpräsident Delfino Roman beglückwünschen Kathrin von Soden.

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